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        <title>Forum Systemisches Denken, Systemtheorien - OmSpace Foren</title>
        <description></description>
        <link>http://www.omspace.org/forum</link>
        <lastBuildDate>Fri, 30 Jul 2010 09:55:59 +0100</lastBuildDate>
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            <title>Einige systemische Begriffsdefinitionen...</title>
            <link>http://www.omspace.org/forum/forum.php?req=thread&amp;id=134</link>
            <description><![CDATA[Einige systemische Begriffsdefinitionen...<br />
<br />
Ich habe eine kleine Datenbank mit kurzen Texten zu verschiedenen systemischen Begriffen gefunden. Ich möchte einige wegen des Inhalts und als Beispiel hier posten und zur Originalquelle bei der FH-Niederrhein verlinken. Dort wird um Mitarbeit an der Datenbank und den Artikeln gebeten. Es wäre also denkbar, Artikel hier zu ergänzen oder auszuarbeiten, um dann Vorschläge an die Autoren zurückfliessen lassen zu können. Ich fange einfach mal an <img src="http://www.omspace.org/forum/bb_designs/_smile/unb/silver-biggrin.gif" title=":D" alt=":D" align="absmiddle" class="smilie" /> <br />
<br />
Der Link zur Übersichtsseite ist: <br />
<br />
<a href="http://www.fh-niederrhein.de/fb06/SOB/index~1.htm">http://www.fh-niederrhein.de/fb06/SOB/index~1.htm</a><br />
<br />
Für eine Diskussion der Artikel würde ich bitten, den zu diskutierenden Artikel in einem neuen Thread zu starten und als Überschrift den Begriff, wie er in fetter Schrift dargestellt ist, zu verwenden. Eigene Definitionen oder Zitate aus anderen Quellen (wo dies nicht gegen das Urheberrecht verstößt, z.B. Wikipedia) könne gerne hier eingehängt werden. <br />
<br />
Ziel der Aktion sind immer mehrere Aspekte: <br />
<br />
1. Wichtige Informationen direkt unter der Domain 'systemtheorie.de' zur Verfügung stellen und dann zu den Originalquellen weiterverweisen. <br />
<br />
2. Artikel zu diskutieren und zu ergänzen, um die neuen Teile dann rückfliessen lassen zu können (z.B. an Wikipedia durch direktes Eingeben in die jeweiligen Bereiche)]]></description>
            <author>Andreas</author>
            <pubDate>Mon, 14 Mar 2005 11:39:35 +0100</pubDate>
            <guid>http://www.omspace.org/forum/134</guid>
        </item>
        <item>
            <title>Offener Diskurs über den Systembegriff</title>
            <link>http://www.omspace.org/forum/forum.php?req=thread&amp;id=128</link>
            <description><![CDATA[<b>Offener Diskurs über den Systembegriff</b><br />
<br />
<i>Systeme und der Systembegriff: Struktur-Statisch oder wandelbar?</i> <br />
<br />
Ich würde meinen Systembegriff weniger im deskriptiv-statischen Sinne festschreiben wollen - ein System hat bestimmte Eigenschaften, die sich nicht ändern, auch wenn sich die Elemente ändern, die Elemente müssen sich dem System anpassen - sondern vielmehr in einem organischen/fliessenden Sinne. Was ja auch dazu passt, dass der soziale Systembegriff aus der Biologie abgeleitet wurde. <br />
<br />
Nun ist die eine System-Variante statisch, die andere ist in der Lage, sich sich ändernden Bedingungen flexibel anzupassen. Hier würde also das System aus der Summe seiner Elemente emergieren und sich daher in seinen Eigenschaften umformen, wenn sich die Elemente ändern (z.B. wenn neue Mitarbeiter in eine Firma kommen, die andere Bedürfnisse an ihren Arbeitsplatz haben, als die bisherigen Mitarbeiter.) <br />
<br />
Während die erste Form zu statisch ist, um sich den fliessenden Entwicklungen der Mitarbeiter und des Marktes zeitnah anzupassen und die zweite Form in ihrer Reinform zu wechselhaft ist, um durch Kontinuität nach Innen wie Aussen stabil zu erscheinen, scheint mir in der Praxis eine mittlere Variante angebracht: ein lebendiges System, das aus einer bestimmten Gruppe heraus emergiert, aber trotzdem damit verbunden bleibt, ja trotz seiner Eigendynamik an die Summe der Teile der Gruppe gebunden ist. <br />
<br />
In der Praxis kann das dann so aussehen, dass einerseits im Sinne einer Kontinuität&nbsp; ein System an bestimmten - als sinnvoll erkannten - Aspekte festhält und die Integration und Unterordnung neuer Elemente unter diese Kontinuität einfordert und durchsetzt bzw. Elemente aussondert, die sich nicht in diese konstruktive Struktur einfügen wollen. Auf der anderen Seite gehört eine Offenheit und Flexibilität mit rein, die neue Aspekte und effizientere Sichtweisen erlaubt, diskutiert und integriert und das System auch da, wo es Sinn macht, den Anforderungen neuer Mitglieder anpasst. Wie sich zeigt, läßt sich dieser mittlere Weg auf jede Art von Gruppe bis hin zu Firmen und Nationen übertragen. <br />
<br />
Konkret würde das z.B. für ein Land bedeuten, dass es einerseits als richtig und wichtig erkannte Grundwerte (Menschenwürde und Menschenrechte, Gleichwertigkeit von Männern und Frauen, Freie Meinungsäußerung, Unversehrheit von Leib und Leben usw.) im System erhalten bleiben müssen und ihre Einhaltung auch von neuen Elementen im System unbedingt eingefordert werden muss, bzw. dass bei Nichteinhaltung (egal von wem, denn: Das ist nur dann glaubwürdig und auf respektable Weise umzusetzen, wenn man sich selbst auch an diese Regeln hält!!!! Alles andere nennt man 'Doppelmoral', etwas, das sich eine moderne Gesellschaft eigentlich nicht mehr leisten kann.) auch Sanktionen bis hin zum Ausschluss aus dem System folgen müssen. Auf der anderen Seite sollte sich das System dafür öffnen, dass äußere Einflüsse und in das System neu aufgenommene Elemente auch Sichtweisen und Methoden einbringen könne, die effizienter sind als die bisherigen, als Ergänzung Sinn machen - oder schlichtweg niemanden stören brauchen, solange die Grundwerte nicht unterwandert werden. <br />
<br />
Auf diese Weise ist es möglich, Grundwerte einer Zivilisation nicht zu verwässern, während man auf der anderen Seite die Vorzüge und Reichhaltigkeit einer multikulturellen Gesellschaft geniessen kann. <br />
<br />
Andreas]]></description>
            <author>Andreas</author>
            <pubDate>Mon, 14 Mar 2005 09:59:32 +0100</pubDate>
            <guid>http://www.omspace.org/forum/128</guid>
        </item>
        <item>
            <title>Systemiker Ervin Laszlo über kollektives Bewußtsein</title>
            <link>http://www.omspace.org/forum/forum.php?req=thread&amp;id=126</link>
            <description><![CDATA[<b>Systemiker Ervin Laszlo über kollektives Bewußtsein</b><br />
<br />
<i>Sich gestern verändern, um die Krise von Morgen zu verhindern...</i><br />
<br />
<span style="color:blue">Ervin Laszlo:</span> "Hier werden mehrere Fragen aufgeworfen. Eine ist die Frage nach der Geschwindigkeit, mit der die Veränderung stattfinden kann. Eine weitere Frage in diesem Zusammenhang, die mich immer fasziniert hat und im Laufe der Zeit sogar immer mehr&nbsp; fasziniert, ist die Möglichkeit, dass wir als Individuen keine Gefangenen unseres Schädels und auch nicht eingeschlossen in unsere Haut sind, sondern dass wir auf eine intime Weise miteinander verbunden sind und vielleicht nicht nur mit den Menschen sondern mit dem gesamten Leben auf diesem Planeten. Auf diese Weise wäre es möglich, dass in einer Situation wie der, in der wir uns heute befinden, in der wir einer echten Gefahr ins Auge blicken, dass da etwas in den Menschen erwacht, dessen sich die meisten nicht bewußt sind, etwas, das in ihr Bewußtsein durchdringt, Warnschilder aufstellt, den Fokus auf Veränderung einstellt und einen Anstoß zum Handeln gibt. <br />
<br />
Vielleicht ist es nicht völlig übertrieben zu sagen, dass es so etwas wie einen Geist der Menscheit gibt, so etwas wie eine Noosphäre, ein kollektives Unterbewußtsein, das in uns allen wirksam ist und das jetzt beginnt, im Bewußtsein von Individuen aufzutauchen. Wenn dem so ist, dann gibt es noch andere Kräfte, die hinter den üblichen ökonomischen, politischen und sozialen Faktoren wirksam sind. Das ist wichtig für unser Überleben, denn die Situation sieht beinah hoffnungslos aus, wenn man nur die gewohnten Faktoren in Betracht zieht. Wenn wir innerhalb dieser Begrenzungen denken, wird die Veränderung niemals rechtzeitig stattfinden.&nbsp; <br />
<br />
Die Zeitverzögerungen, die der Dynamik unserer Welt innewohnen, sind nicht zu unterschätzen. Wir hätten uns sozusagen schon gestern verändern müssen, um die Krise von Morgen zu verhindern. Aber wenn es etwas in unserem kollektiven Unterbewußtsein gibt, das in das individuelle Bewußtsein durchdringen kann, dann wachsen unsere Chancen."]]></description>
            <author>Andreas</author>
            <pubDate>Mon, 14 Mar 2005 09:49:04 +0100</pubDate>
            <guid>http://www.omspace.org/forum/126</guid>
        </item>
        <item>
            <title>Was ist der Unterschied zwischen Systemik und Systematik?</title>
            <link>http://www.omspace.org/forum/forum.php?req=thread&amp;id=124</link>
            <description><![CDATA[<b>Was ist der Unterschied zwischen Systemik und Systematik?</b> <br />
<br /><div style="border-top:1px solid #808080; margin:4px 0;"></div><br />
<b>Systematik</b><br />
<br />
Die Einteilung von Dingen in Kategorien nach ähnlichen Merkmalen, oft hierarchisch.<br />
<br />
Wenn ich einen Stapel Papier systematisch sortiere, dann sortiere ich ihn z.B. nach Merkmalen wie: Telefonrechnungen, Tankquittungen, Bank-Korrespondenz, private Briefe, Verträge... <br />
<br />
Und dann nochmal in übergeordnete Kategorien: Alle bereits sortierten Stapel nach&nbsp; Datum und Relevanz für das Finanzamt. Dann bekomme ich Telefonrechnungen und Tankquittungen für 2002 und 2003 jeweils in einem Stapel und die restlichen Sachen getrennt usw. <br />
<br />
Ähnlich geht man in der Biologie vor, wo der Begriff z.B. für die Einteilung der Tierwelt in Kategorien und Unterkategorien gebraucht wird. <br />
<br />
<br /><div style="border-top:1px solid #808080; margin:4px 0;"></div><br />
<b>Systemik</b><br />
<br />
Die von der Systemik definierten Systeme haben alle bestimmte Merkmale gemeinsam. Ein System besteht aus Kommunikationen als systembildendes Element. Ein solches System hat die Bestrebung, sich selbst zu erhalten und hat in der Betrachtung von Dingen immer einen Rückbezug auf sich selbst.&nbsp; (Autopoiesis / Selbstreferenz)<br />
<br />
[quote]Autopoiese<br />
<br />
die Fähigkeit von Systemen, alle wesentlichen Elemente, aus denen sie bestehen, durch interne Vernetzung zu produzieren oder zu reproduzieren. Auf diese Weise erhalten solche Systeme ihre Struktur auch bei Ausscheiden oder Veränderung einzelner Elemente. Der Begriff wurde ursprünglich in der Biologie zur Beschreibung des Lebens gebraucht; durch N. Luhmann wurde er in die Soziologie eingeführt und zu einer Theorie sozialer Systeme ausgebaut.[/quote]<br />
<br />
Ein soziales System hat immer einen Code, ein Gegensatzpaar, das die Werte und Zielsetzung des Systems definiert. So hat zum Beispiel das wirtschaftliche System den Code Gewinn/Verlust, das wissenschaftliche System wahr/falsch usw. <br />
<br />
Hier zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Systemik und Systematik! <br />
<br />
Aber es gibt natürlich auch Überschneidungen...&nbsp; <br />
<br /><div style="border-top:1px solid #808080; margin:4px 0;"></div><br />
Ich versuche mich mal am Casino. Eine systematische Untersuchung eines Casinos würde z.B. hervorbringen, dass es Bereiche für Mitarbeiter und Bereiche für Besucher gibt. Es gibt Bereiche, wo gespielt wird, eine Bar, ein Backoffice und Gesellschaftsräume für Mitarbeiter. Bei dieser Unterteilung geht es um unbelebte Dinge, die sich nicht dadurch auszeichnen, dass Kommunikation stattfindet - die also nicht mit Hilfe der Systemik untersucht werden können. Wenden wir eine andere Systematik an, dann könnten wir aber auch die Gruppe der Besucher und die Gruppe der Mitarbeiter unterscheiden. <br />
<br />
Weiterhin gibt es bei den Mitarbeitern z.B. Kellner, Croupiers, die Mitarbeiter der Chefetage und die Finanzabteilung. Aus einer systemischen Sicht sind dies Subsysteme des Systems Casino. Das ganze Casino ist wiederum ein Subsystem verschiedener übergeordeneter Systeme, ins Auge sticht hier besonders das wirtschaftliche System, da es ja auch im Casino um Geld und Gewinn/Verlust geht - nicht nur am Roulette-Tisch, sondern für das ganze Casino als Wirtschaftsbetrieb. Im Rahmen dieser Kategorisierung kann man nun die ganze Palette systemischer Begriffe und Methoden anwenden. <br />
<br />
Ein Beispiel zur Autopoiesis ist, dass das System Casino weiterexistiert, auch wenn Mitarbeiter kommen und gehen. Theoretisch kann man die gesamte Belegschaft mitsamt Chefetage austauschen - und das Casino ist immer noch da und funktioniert weiter! Alles, was es braucht, kann innerhalb des Systems reproduziert werden. Hier zeigt sich deutlich, dass ein System nicht aus Menschen besteht, sondern dass eben Kommunikationen ein System konstituieren, die Elemente des Systems sind! <br />
<br /><div style="border-top:1px solid #808080; margin:4px 0;"></div><br />
<span style="color:red">Exkurs:</span> Das ist wie beim Menschen: Alle 7 Jahre haben sich alle Zellen im Körper einmal ausgetauscht - materiell gesehen ist man dann ein völlig neuer Mensch, hat sich stofflich einmal komplett an die Umwelt weggegeben und aus der Umwelt alles neu erschaffen. (Hier ist mit 'Umwelt' der allgemeinsprachliche Begriff gemeint, nicht die systemische Definition!) Trotzdem ist man noch der Mensch, der man auch schon vor 10 Jahren war. <br />
<br />
Aber ist man das wirklich? Man kann den Menschen offensichtlich nicht am materiellen Körper festmachen. Aber die Gedanken und Gefühle ändern sich ja noch viel schneller! <br />
<br />
Was ist das konstituierende Element, das bestimmt, wer wir sind? Was ist das, was immer gleich bleibt, was also unser Ich - unsere Individualität ausmacht?&nbsp; <br />
<br />
Nun könnte man sagen, dass man eine Erinnerung an einen Lebensweg hat, die einen als Individuum unterscheidet. (Der Lebensweg an sich ist ja Vergangenheit, also nicht mehr existent. Es existiert nur die Erinnerung daran.) Aber was ist mit Menschen, die einen Gedächtnisverlust erlitten haben und wo niemand mehr lebt, der sie kennt und der sich an ihre Vergangenheit erinnert? Sind die dann nicht mehr sie selbst, sind sie dann jemand anders? Ich möchte diesen eher philosophischen Exkurs hiermit beenden und die Antwort offen lassen...<br />
<br /><div style="border-top:1px solid #808080; margin:4px 0;"></div><br />
Ich empfehle gerne folgende Bücher (Sekundärliteratur), um das Wissen über die Systemik zu vertiefen: <br />
<br />
<br />
Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme (Nassehi/Kneer)<br />
<br />
<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3825217515/forumsystemis-21">http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3825217515/forumsystemis-21</a><br />
<br />
Das ist eine Einführung speziell in die sozialen Systeme, die recht verständlich ist... <br />
<br />
<br />
Die&nbsp; 'Einführung in die allgemeine Systemtheorie' von David J. Krieger ist breiter und allgemeiner gefasst und bezieht sich nicht nur auf soziale Systeme:<br />
<br />
<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3825219046/forumsystemis-21">http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3825219046/forumsystemis-21</a><br />
<br />
Andreas]]></description>
            <author>Andreas</author>
            <pubDate>Mon, 14 Mar 2005 09:37:38 +0100</pubDate>
            <guid>http://www.omspace.org/forum/124</guid>
        </item>
        <item>
            <title>Systemtheorie und kritische Theorie</title>
            <link>http://www.omspace.org/forum/forum.php?req=thread&amp;id=121</link>
            <description><![CDATA[<b>Systemtheorie und kritische Theorie</b><br />
<br />
In 'Die Zukunft der Demokratie' (N. Luhmann, In: soziologische Aufklärung 4. Beiträge zur funktionalen Differenzierung der Gesellschaft. Westdeutscher Verlag. 1987, S. 132) kritisiert Luhman die Theorieauffassung der kritischen Theorie vor dem Hintergrund seiner Demokratiekonzeption:<br />
<br />
[code]<br />
Es ist ebenso billig wie unverantwortlich, Ideale aufzustellen, denen die Verhältnisse nicht genügen, und dann Klage zu führen über die immer noch nicht eingelösten Versprechen der bürgerlichen Revolution. Ich sehe in dieser Attitüde keine Theorie, geschweige denn kritische Theorie.<br />
[/code]<br />
<br />
Dagegen setzt er sein eigenes Verständnis von Theorie, bei dem es darum geht, den Ausgangspunkt dessen, was ist, mit der 'systemtheoretischen Brille' zu erfassen und dann die Gefährdungen und Störungen in diesem System zu finden (und vielleicht darauf hinzuweisen, wie man sie bei der weiteren Entwicklung dieses Systems vermeiden kann):<br />
<br />
[code]<br />
Daraus folgt zunächst, dass man nicht mit der Kritik der Zustände und Verhältnisse beginnen sollte, sondern sich zunächst wundern muss, dass etwas überhaupt funktioniert [...] . Bei diesem Ausgangspunkt wird Theorie zu einem Beobachtungsinstrument spezifischer Art. Es geht darum, herauszufinden, wo und in welchen Hinsichten sich gegenwärtig schon Gefährdungen abzeichnen.<br />
[/code]<br />
<br />
Herbert Marcuse kritisiert 1967 in 'Der eindimensionale Mensch' eine ähnliche Theoriekonzeption wie die von Luhmann wie folgt:<br />
<br />
[code]<br />
Indem sie die bestehende gesellschaftliche Wirklichkeit als Ihre eigene Norm proklamiert, befestigt diese Soziologie in den Individuen den glaubenslosen Glauben an die Wirklichkeit, deren Opfer sie sind.<br />
[/code]<br />
<br />
Um das in meinen eigenen Worten auszudrücken: <br />
<br />
Luhmann kritisiert die kritische Theorie in Ihrem Ansatz, Idealvorstellungen losgelöst von der gesellschaftlichen Realität aufzustellen und unterstellt ihr, sie würde in der Folge nur meckern und lamentieren, wenn die Vorstellung sich immer noch nicht erfüllt hat. Tatsächlich sei es so ein Wunder, dass die Dinge überhaupt so weit gekommen sind, dass man nur froh darüber sein könne. <br />
<br />
Marcuse kritisiert, dass man, wenn man etwas mit einer 'systemtheoretischen Brille' im Hier und Jetzt erfasst und dann nur an den Schwachstellen herumdoktort, man den Staus Quo verfestigt. <br />
<br />
Vergleichsweise könnte man sagen, Marcuse ist der Meinung, dass Luhmann einem Arbeitnehmer empfehlen würde, zu sehen, was er an seiner unbefriedigenden Arbeitsstelle verbessern kann, damit alles besser funktioniert. Die Möglichkeit sich aus dem System ganz zu lösen, d.h. z.B. zu kündigen und sich eine bessere Stelle zu suchen, wird nicht in Betracht gezogen. <br />
<br />
Um diese gegenseitige Kritik richtig einzuordnen, würde ich folgendes vorschlagen: Man kann davon ausgehen, dass Luhmann die gegenwärtigen Verhältnisse und die Demokratie, wie er sie erkennt, als gut empfindet. Er ist der Meinung, dass es auch viel schlimmer sein könnte. <br />
<br />
Wenn man unsere Gesellschaft mit einigen anderen Regionen der Welt vergleicht, muß man wohl pro Luhmann festellen, dass es zumindest zur Zeit keine bessere real exisitierende Konzeption als die Demokratie gibt, wenn man von einer hochkomplexen und ausdifferenzierten freien Gesellschaft ausgeht, die organisiert werden will.<br />
<br />
Ich würde Luhmanns Ansatz als <i>pragmatisch</i> bezeichnen. <br />
<br />
Marcuse dagegen ist von der Grundlage her unzufrieden mit den Verhältnissen. Er geht davon aus, dass es besser sein könnte, auch wenn es auf diesem Globus dafür kein real exisitierendes Beispiel gibt. <br />
<br />
Ich würde als Marcuse als <i>Idealist</i> bezeichnen. <br />
<br />
Nun stellt sich für mich die Frage: Welche der beiden Denkweisen ist besser? <br />
<br />
Ich persönlich würde daraus eine Synthese entwickeln wollen. Das liest sich dann wie folgt: Auf der Basis der gerechtfertigten Zufriedenheit mit dem was ist und dem aktiven Handeln, um die Probleme dessen, was ist, zu lösen, sollte man dennoch nicht die Vision verlieren, dass es noch viel besser sein könnte. <br />
<br />
Vielleicht finden einige der Ansätze der Vision ihren Weg in das bestehende System, so dass nicht nur an den 'Krankheiten herumgedoktort' wird, sondern auch neue Ideen ihren Weg in das System hinein finden. Wenn man die Ideen nicht zumindest entwickelt und ausspricht, haben sie gar keine Chance ihren Weg in die Realität zu finden. <br />
<br />
Einige Vertreter der Frankfurter Schule haben zum Ende Ihres Lebens zu einer Haltung der stoischen Ruhe gefunden: Die heitere Gelassenheit, die vielleicht daraus resultiert, dass man alles getan und gesagt hat, was man konnte - und dann ruhig der Dinge harren kann, die da kommen. <br />
<br />
Andreas]]></description>
            <author>Andreas</author>
            <pubDate>Mon, 14 Mar 2005 08:51:24 +0100</pubDate>
            <guid>http://www.omspace.org/forum/121</guid>
        </item>
        <item>
            <title>webkom|systemik.net: Systemische (Team-)Beratung</title>
            <link>http://www.omspace.org/forum/forum.php?req=thread&amp;id=54</link>
            <description><![CDATA[Zur Einleitung eine Grafik, die die Essenz des Beratungs-Angebots und -Ziels aus meiner Sicht anschaulich beschreibt. Bei Interesse an einem Erstgespräch&nbsp; klicken Sie bitte einfach auf den Link 'E-Mail' unten rechts unter dem Beitrag und erkundigen Sie sich unverbindlich über Möglichkeiten und Berater-Honorare. Fragen über die Qualifikation beantworte ich gerne im persönlichen Gespräch. Viel Erfolg!]]></description>
            <author>Andreas</author>
            <pubDate>Thu, 10 Mar 2005 23:44:11 +0100</pubDate>
            <guid>http://www.omspace.org/forum/54</guid>
        </item>
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