Der Mann hat einiges bewegt! Im Studium der Kommunikationswissenschaft ist er mir natürlich des öfteren 'über den Weg gelaufen'....
Die "Anleitung zum Unglücklichsein" habe ich schon als Kind bei meinem Vater im Regal entdeckt und gelesen - ein geniales Buch, eine Parodie auf Ratgeberbücher, und doch eines in sich selbst, weil es zeigt, wie Menschen sich selbst ihre Probleme schaffen.
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Die Geschichte mit dem Hammer
Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommen ihm Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vieleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht's mir wirklich. – Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch noch bevor er "Guten Tag" sagen kann, schreit ihn unser Mann an: "Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!"
Paul Watzlawick, aus: "Anleitung zum Unglücklichsein"
“Dazu auch: "Wenn ein Mann ein Leiden hat wie z.B. ein Zucken im Gesicht oder ähnliches, dann gibt es neue Methoden, wie er dieses am schnellsten loswerden kann. Der Arzt verschreibt ihm nämlich sein eigenes Symptom. Er "befiehlt" dem Patienten eine halbe Stunde am Tag bewußt einfach so vor sich hinzuzucken. Ein paar Wochen später verschwindet dieses Zucken von ganz alleine, weil dem Patienten sein "Blödsinn" (ironischerweise nenne ich das so) bewußt wird und er sein Zucken unter Kontrolle bekommt."
http://www.ciao.de/Anleitung_zum_Unglucklichsein_Piper_Watzlawick_Paul__Test_1523934
Er hat auch einiges zu "selbsterfüllenden Prophezeihungen" geschrieben, die Bücher sind ebenfalls sehr interessant... Ein Beispiel aus einem seiner Bücher ist die Geschichte, wie in Kalifornien die Zeitungen von einer kommenden Verknappung des Benzins an den Tankstellen berichteten. Die Autofahrer tankten alle voll, damit ihnen angesichts der Verknappung nicht das Benzin ausgeht - und das verursachte die Verknappung. Der Bericht der Zeitungen war ein Fake - und am Ende wahr geworden, weil er gedruckt worden war...
“Die Selbsterfüllende Prophezeiung ist eine Vorhersage, die sich erfüllt, nur weil sie vorhergesagt bzw. erwartet wurde. In Bezug mit der Realität existiert aber kein oder möglicherweise sehr geringer Zusammenhang, als er in der Erwartung existiert. Die Überlegung basiert auf dem Prinzip, dass man selbst auf die Umwelt Einfluss nimmt und versucht sie so in die Richtung zu verändern, die man erwartet. Demnach wird die Erwartung zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung.
http://de.wikipedia.org/wiki/Selbsterf%C3%BCllende_Prophezeiung
“...wenn ich mit der Einstellung durch die Stadt gehe, es will sowieso keiner mit mir sprechen und ich senke deswegen den Kopf, dann kann ich mir sicher sein, dass diese Prophezeiung in Erfüllung geht. Man verhält sich unbewußt genauso, dass diese Prophezeiung auch in Erfüllung geht ... das ist die Grundlage der selbsterfüllenden Prophezeiung.
http://www.ciao.de/Anleitung_zum_Unglucklichsein_Piper_Watzlawick_Paul__Test_1523934
Als Konstruktivist (Buch: "Wie wirklich ist die Wirklichkeit" -1977) geht Watzlawick davon aus, dass wir unsere Wirklichkeit anhand unserer eigenen Erfahrungen und unseres Hintergrundes selbst konstruieren.
Dabei spielt es keine Rolle, ob es eine objektive Realität gibt oder ob es nur subjektive und intersubjektive Konstruktionen gibt - man könnte es niemals herausfinden, weil wir immer nur ein inneres Abbild wahrnehmen können, aber niemals eine äußere Realität. Als 'radikaler Konstruktivist' geht W. davon aus, dass es /
keine objektive Realität/ gibt.
Dies ist im Grunde die "Illusion des Universums", fällt die Illusion weg, es gäbe eine objektiv erfahrbare Realität, der wir unterworfen wind, sehen wir die Wirklichkeit, die im Grunde ein Traum ist.... Und wir selbst sind verantwortlich dafür, wie angenehm oder unangenehm wir uns diesen Traum konstruieren.
Lieben Gruss!
Andreas