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  deshimaru
   
 
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11-25-2007, 08:53   | Suchen Kinder sich Ihre Eltern aus?


Dieses Thema finde ich spannend..wer kann dazu aus buddhistischer Sicht erhellendes beitragen?

gassho

deshimaru


  Blaubeere
 
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11-25-2007, 10:54  


Hallo Deshimaru,

Vor Jahren hat mir eine Freundin so was auch erzählt, so nach dem Motto beschwer dich doch nicht, du hast dir deine Eltern doch ausgesucht. Ich bin damals schon innerlich in die Luft gegangen, das konnte ich so nicht nehmen, diese Eltern hatte ich mir bewusst nicht ausgesucht und das denke ich auch heute noch nicht.

Vor ein paar Tagen habe ich einen kleinen, aber feinen wichtigen Unterschied dazu entdeckt.

Wenn man noch nicht so weit entwickelt ist, erlebt man die Phase zwischen 2 Geburten noch nicht bewusst und die karmischen Samen ziehen ein dann ins nächste Leben, wenn sie reif sind.
Es war dann noch keine bewusste Entscheidung und trotzdem hat man es selbst verantwortet.

Diese Art von Eigenverantwort anzunehmen bin ich gerade dabei, tut ganz gut, um alten Groll, der noch vorhanden ist, abzubauen.

Für mich sind sie auch ein Spiegel, der eigenen ungelösten Konflikte und Potenziale.

Das sind jetzt nur meine eigenen Gedanken und Erfahrungen dazu, ich hoffe, dass es dir ein bisschen weiterhelfen kann.

Liebe Grüsse
Sabine


  Andreas
 
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11-25-2007, 11:29  


Ja, genau so ist es - je nach Grad der Bewusstheit und Entwicklung sucht sich der Bewusstseins-Strom die Eltern bewusst aus (z.B. um eine Umgebung und Möglichkeiten zu bekommen, aus denen heraus es möglich ist, als Bodhisattva möglichst effektiv tätig zu werden - wie bei einem Tulku) - oder man wird durch mehr oder weniger unbewusste Gewohnheiten und karmische Tendenzen in eine Situation gezogen, in der sich dieses Karma dann entfalten kann.

Die bewusste Wahl eines Tulku kann beinhalten, dass man sich bewusst in traumatische Situationen begibt um den eigenen Entwicklungstand vor sich selbst zu verschleiern und authentische Erfahrungen zu machen, die ansonsten durch die eigene Klarheit vereitelt würden. Indem man dann von dieser Klarheit her mit grosser Kraft in einem Körper diese Strukturen wieder auflöst, zeigt man neue Wege der Heilung und speist Energiemuster ins morphogenetische Feld des menschlichen Körpers ein, die dann dem Kollektiv als neue Möglichkeit zur Verfügung stehen.

Lieben Gruss!

Andreas


  miriam
 
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11-25-2007, 18:15   | (selbstgestricktes)


Nun, dass sich Kinder ihre Eltern aussuchen, kenne ich als Idee seit längerer Zeit, vermutlich habe ich es mal bei Rudolf Steiner gelesen, vermutlich kannte  er sich in Buddhistische Quell-texten aus.

Würde mich interessieren, in welchen Buddhismus Primär - Texten darüber geschrieben steht.

IN unserer Familie, gabs (?gibt es?) immer wieder Momente, wo dieser Gedanke hilfreich war und ist.
Und wenn es nur die ganz simple Situation war, dass unsere Kinder was brauchten und wir es ihnen leicht geben konnten.

Schön ist der Gedanke, dass Kinder zu den Eltern kommen, um sie in eine Situation/ Möglichkeit zur Weiterentwicklung der Seele zu befördern, damit meine ich, die Mutter und der Vater können dazu lernen.

(Vielleicht ist das eh das selbe, wie es Andreas erklärt hat) - ich hab dafür nur einen kleinen Mutter + Kind-wortschatz.

Miriam


  ID10
 
 
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11-26-2007, 07:52   | Eltern, Großeltern, Kinder


Hallo,

aus buddhistischer Sicht kann ich nichts dazu beitragen, nur aus praktischer Sicht:

Ich war schon immer als Kleinkind davon überzeugt, mir meine Eltern ausgesucht zu haben.
Freundinnen von mir waren entsetzt über diesen Gedanken und stritten dies auch heftig ab.

Jetzt im Erwachsenenleben musste ich schon öfters daran denken, dass ich mir meine Großeltern mindestens genauso ausgesucht hatte -
sie haben mir so viele Schätze mitgegeben.

Liebe Grüße an Euch


  fractal
 
 
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11-27-2007, 17:41   | auch aus westlicher Sicht


wer offen ist für Erfahrungen westlicher Menschen, findet zu dieser Frage genauso viele bejahende Antworten z.B. durch die transpersonale Psychologie wie sie von Ken Wilber in seinen Büchern "Halbzeit der Evolution" oder "Wege zum Selbst - östliche und westliche Ansätze zu persönlichem Wachstum" geschildert werden.
Ähnliche Einsichten wären bei Robert Monroe, der seine Erfahrungen durch OOB (out of boody experiences) machen konnte (Bücher: "Der Mann mit den zwei Leben", "Der zweite Körper" und "Über die Schwelle  des Irdischen hinaus") oder bei Michael Newton "Die Reisen der Seele".
Wie bereits in einem Kommentar von Andreas beschrieben, ist es so
dass man sich bewusst in traumatische Situationen begibt um den eigenen Entwicklungstand vor sich selbst zu verschleiern und authentische Erfahrungen zu machen, die ansonsten durch die eigene Klarheit vereitelt würden.
Es gibt auch noch andere Gründe für das Ausmaß der "verborgenen Erinnerungen", die niemals verloren gehen.
 :heart:


  miriam
 
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11-27-2007, 20:04  


Aha, das heißt ich will was ausprobieren, in diesem Leben "durchspielen"?,


aber innerlich wüßte ich im geheimen, wie es ausgehen wird?



dass man sich bewusst in traumatische Situationen begibt um den

eigenen Entwicklungstand vor sich selbst zu verschleiern



 :red:  :red:  :red:  gewagt


  fractal
 
 
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11-27-2007, 20:09   | Lebensspiel


homo ludens
gewagt?
Nicht alle Spiele sind Nullsummenspiele.
;-)


  ID10
 
 
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11-28-2007, 10:08   | Heilung für alle


         Quote by miriam

Aha, das heißt ich will was ausprobieren, in diesem Leben "durchspielen"?,

aber innerlich wüßte ich im geheimen, wie es ausgehen wird?

Lebensspiel – play it again -

Ganz so einfach ist es nicht –
da wurde ein wichtiger Teil übersehen -
man sollte im Leben schon einen Part / eine Aufgabe erfüllen, etwas lernen, zumindest einen Schritt weiterkommen.

Wie Andreas oben geschrieben hat - um der Heilung näher zu kommen.

Was immer das auch ist?
Meist werden wir uns nicht daran erinnern können?

Vielleicht hilft uns ein Trauma / eine Krankheit dabei -
die wir selbst gewählt haben -
vor unserer Geburt auf der Erde
,
diese Aufgabe leichter zu erfüllen, klarer zu sehen.
Näher unserem Ziel zu kommen, uns vielleicht doch ein bisschen daran „zu erinnern“.

Liebe Grüße
Patrice


This post was edited 1 times, last on 11-28-2007, 10:11 by ID10
  Blaubeere
 
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11-28-2007, 23:13  


Also für mich und erstmal nur für mich ist es ziemlich eindeutig, dass außer ein paar Erleuchtete, das Gros der Welt unbewusst ins nächste Leben gezogen wird.
Die ganzen netten Vorstellungen, die so in der Esoterik kursieren, von wegen " sich das Leben bewusst aussuchen, um das oder jenes zu lernen " halte ich für größenwahnsinnig und/oder ein bisschen naiv.
Da steckt für mich so viel drin von , ich bin ja schon halb erleuchtet, obwohl man noch nicht mal eine richtige Ahnung hat, was das ist.

Mal so aus dem Osten aufgeschnappt, geistig damit gearbeitet, aber nicht ernsthaft durchdacht.
Da ich an dieser Klippe jahrelang gestrandet bin, ist das ein für mich nicht unerheblicher Unterschied.

Mal ne Erklärung zu meinem Verhältnis zur Esoterik.
Da steckt für mich viel Wahres drin, viel Halbwahres und viel Unsinn.
Tut mir leid, das so sagen zu müssen, aber so habe ich es jahrelang empfunden.
Liebe Grüsse
Sabine


  miriam
 
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11-29-2007, 10:48  


Ja, ich mache ganz einfach meinen Job, so gut es geht,-
und das ist es.
Drum erledige ich auch die unangenehmen Tagesangelegenheiten mehr oder wenige so wie ich glaube, dass sie für mich bestimmt sind.
Und ob was "nicht mein Revier" ist, das fühle ich, da lasse ich die Finger davon.
Kann auch mit dem Begriff "Demut" was anfangen.

Und immer, wenn ich mal Unannehmlichkeiten erleben mußte,
war ich nachher in meinem Erfahrungspektrum reicher, konnte auch andere Sichtweisen einnehmen, NUR so.
mfg k


  Lone Ranger
 
 
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11-29-2007, 12:40   | ...


Hallo
Ich hätte mir auch nie träumen lassen das ich mir meine Eltern ausgesucht habe .
Gott bewahre !
Habe mich mittlerweile mit dem Gedanken angefreundet und denke , zu irgendwas wird es schon gut gewesen sein .
Bin bloß noch nicht wirklich dahintergekommen was das ist .
Meinen Vater hab ich seit der Scheidung meiner Eltern ( da war ich 2 Jahre alt ) nicht mehr gesehen und meine Mutter war die Hölle .
Ich bin da noch dran ....
LG


  ID10
 
 
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11-30-2007, 08:05   | Eltern, Großeltern, Vorfahren


Hallo Sabine,

         Quote by Blaubeere on 11-28-2007, 23:13

Also für mich und erstmal nur für mich ist es ziemlich eindeutig, dass außer ein paar Erleuchtete, das Gros der Welt unbewusst ins nächste Leben gezogen wird.
Die ganzen netten Vorstellungen, die so in der Esoterik kursieren, von wegen " sich das Leben bewusst aussuchen, um das oder jenes zu lernen " halte ich für größenwahnsinnig und/oder ein bisschen naiv.

das hat überhaupt nichts damit zu tun, erleuchtet zu sein, oder sonst irgendwie esoterisch angehaucht zu sein. Und das ist es garantiert auch nicht (zumindest für mich nicht).

Für mich war und ist, seit ich denken kann, klar – genauso wie der Himmel blau und die Sonne gelb ist – dass ich mir meine Eltern ausgesucht habe.

Das heißt nicht, dass es leicht mit ihnen war bzw. ist.
Mein Vater – bereits verstorben – meine Mutter befindet sich noch immer auf extremen Wegen – und sie ist noch immer eine sehr schwierige Aufgabe für mich.
Man könnte in diesem Fall sogar sagen - freiwillig würde man sich diese Mutter nicht aussuchen - hm... das erklärt vielleicht auch, dass ich keine Geschwister habe ...  :-)

Liebe Grüße
P.


  Andreas
 
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11-30-2007, 09:03  


Liebe Patrice,

ob man es nun 'erleuchtet' oder 'esoterisch' nennen will oder nicht, ist eine Frage; was aber definitif absolut notwendig ist, um sich seine Eltern aus dem körperlosen Zwischenzustand heraus //bewusst// auszusuchen, ist ein bestimmtes Entwicklungslevel des Bewusstseins! Es geht gar nicht anders - denn im körperlosen Zustand wird man ohne Zeitverzögerung dahin gezogen, wo die Energien der Gedanken und Gefühle hingehen. Hat man hier keine Kontrolle über die eigenen Energien durch bewusst Schulung eines konzentrierten Fokus, ist es nicht möglich diesen Fokus auf bestimmte Eltern zu richten, ihn dort zu halten und dann auch noch den Zeitpunkt / die Zeitspanne abzupassen, wo man sich mit dem neuen Körper verbindet.

Kann man diesen Fokus nicht halten, sind es die Gewohnheiten oder alte Bände, die sich die Eltern quasi von selbst suchen. Besteht nun ein starkes Band z.B. zu Deiner Mutter aus vergangenen Leben, dann kann es sich so anfühlen, als hättest Du bewusst gewählt - weil ihre Energie sich so vertraut anfühlt. Was nicht heissen muss: angenehm - denn es kann auch schwieriges Karma sein, das gemeinsam noch einmal ausgespielt werden will. 

Die meisten //bewusst// bei ganz bestimmten Familien inkarnierten Wesen werden über die einen oder anderen kristallinen Welten (Reine Länder wie Ogmin, erdnahe Bereiche wie Shambhala oder kristalline Engelwelten usw.) herein gekommen sein, wo sie sich zwischen den Leben aufhalten und mit den dort residierenden erleuchteten Entitäten (Engel, Bodhisattvas) das optimale Wirkungsfeld für eine neue Inkarnation aussuchen und sich dafür vorbereiten und schulen. Von dieser Ebene aus ist dann der Einstieg genau zum richtigen Zeitpunkt auch leicht zu planen.

Wenn man in dieser Weise bewusst einsteigt, kann es sein, dass man sich tatsächlich ein Familiensystem aussucht, in dem es etwas sehr Altes aufzulösen gilt, das sich auf die ganz Familie und ihr Umfeld auswirkt. Die damit einhergehende Traumatisierung im Kindesalter wird bewusst eingeplant, um durch ihre Lösung dem Familiensystem Lösungswege anzubieten, die die Thematik bis zum Ursprung zurück klären kann. Mitunter weiss man bis zum Lebensende nicht um die eigene kristalline Herkunft.

Ich bin mir aus verschiedenen Gründen bei Dir sehr sicher, dass Du über eine der kristallinen Welten hereingekommen bist, aber noch nicht wieder voll zu Deinem Kern vorgedrungen bist. Daher kannst Du Dich selbst (noch) nicht (wieder) auf dem seelischen Entwicklungsstand erkennen, den Du eigentlich mitgebracht hast. Obwohl diese Essenz - für mich jedenfalls spürbar - immer wieder durchstrahlt.

Lieben Gruss!

Andreas


  Andreas
 
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11-30-2007, 09:11  


Ich veröffentliche jetzt hier mal einen Text von mir, der evtl. der Anfang für ein Buch werden könnte. Ist schon ein paar Monate alt, der weitere Schreibflow hat sich noch nicht eingestellt, weil andere Dinge im Vordergrund stehen, auf die ich meinen energetischen Fokus richten muss. An dieser Stelle finde ich den Text sehr passend und erhellend und möchte ihn daher mit Euch teilen. Vielleicht weckt er ja die eine oder andere 'Erinnerung' ;)



Der Einstieg

von Andreas Giesen

"Viel Glück!" "Alles Gute!" Die Stimmen in seinem Kopf wurden leiser und verhallten hinter ihm, blieben zurück inmitten dieses kristallklaren rötlichen Leuchtens, das ihm für eine Weile zu einer freudvollen Gewohnheit geworden war. Für eine kurze Zeit zögerte er, schaute noch einmal zurück - doch er hatte sich entschieden! Für den Einstieg. Für den Einstieg in einer Zeit, in der er sich auf der Erde gebraucht wähnte inmitten einer Phase der umfassenden Veränderung, der Wandlung, vielleicht - ja - vielleicht, wenn sie ihre Sache gut machen würden - des Aufstiegs eines ganzen Planeten. Doch das lag noch in den Sternen, es war noch ein langer Weg bis zum grossen Scheideweg der Menschheit, der Zeit, in der sich alles entscheiden würde, in der sich alle würden entscheiden müssen, jeder für sich, welchen Pfad sie einschlagen wollten. Es war noch ein langer Weg für ihn selbst, bis er sich überhaupt wieder würde erinnern können, warum er sich diesen Irrsinn eines menschlichen Lebens wieder einmal angetan hatte. Denn erst einmal kam die Phase des freiwilligen Vergessens. Das kristalline Bewusstsein musste verschleiert werden, denn sonst würde er nicht die volle Erfahrung des Wegs mit ins Ziel nehmen: die Erfahrung eines Menschen, der aus eigener Kraft die Lösung, die Befreiung findet, einsteigt, aussteigt, aufsteigt - um auf diese Weise andere, die nicht den Vorteil eines kristallinen Bewusstseins mit in ihr Leben gebracht hatten, inspirieren zu können, es ihm nach zu tun.

Während er noch so vor sich hin sinnierte, sich an Gespräche erinnerte, die er kurz zuvor mit den Freunden im Ogmin geführt hatte, begann er immer deutlicher den starken Sog zu spüren, der von der Erde ausging. Seine Gedanken und Gefühle verblassten, bis nur noch ein unbändiges Verlangen zu spüren war, sich in einem Körper aus Fleisch und Blut zu inkarnieren. Das Bild einer wunderschönen nackten Frau in ihren frühen Zwanzigern tauchte vor ihm auf wie eine Fata Morgana; einem Trugbild gleich - und doch so echt und lebendig. Verwirrt fühlte er sich kurz wie ein anderer Mann, sein gewohntes Ich löste sich auf. Er ließ dieses Ich für jetzt los, wissend, dass seine kristalline Essenz ihn niemals ganz verlassen würde. Sofort wurde seine nun aus der Struktur gelösten Energie hin- und hergerissen, war er mal dieser Mann, fremd und vertraut zugleich; dann in Liebe zu der Frau hingezogen, wollte nichts mehr als mit ihr zu verschmelzen. Nach einer Weile hörte das Hin- und Her auf - und alles um ihn herum explodierte in weissen und roten Farbmustern; ein Moment der Ekstase  löste die Grenzen zwischen dem Mann und der Frau, dem Hin und dem Her, dem Ich und der Welt, dem Weiss und dem Rot auf - und er wurde bewusstlos.

Als er sein Bewusstsein wieder erlangte, war auch sein kristallines Bewusstsein wieder da. Für einen kurzen Moment dachte er, er wäre wieder im Ogmin; alles um ihn herum war weich und in ein sanftes Rot getaucht. Doch es war eng und er schwamm in einer warmen, nährenden Flüssigkeit. An Bewegung war kaum zu denken. Er war es gewohnt, sich durch Denken zu bewegen - jetzt schlug jeder Versuch fehl. Aber ja, so war das - jetzt war er wieder an einen Körper gebunden, und der war noch lange nicht fertig. Er kam sich vor, wie in einem Gefängnis. Gut, dass er die meiste Zeit nicht mit dem vollen Bewusstsein hier sein musste. Es würde reichen, den Raum an das neue menschliche Bewusstsein abzugeben, das sich hier in Verbindung mit den Energien des Vaters und der Mutter entfalten würde, um den Körper durch den größten Teil der ersten 21 Jahre einer normalen menschlichen Entwicklung zu tragen. Dann erst würde er selbst beginnen, sich voll einzubringen und das kristalline Bewusstsein langsam und vorsichtig mit dem menschlichen Bewusstsein und seinen Erfahrungen zu verschmelzen.

Er dehnte seine Wahrnehmung ein wenig aus, um das feine, aufkeimende Bewusstsein aufzuspüren, das bereits in Verbindung mit dem kleinen Körper stehen musste mit dem er hier im Bauch einer jungen Frau herumschwamm. Und da war es auch schon: wie ein Windhauch - zart, ein wenig eingerollt wie ein kleiner weicher Wirbel - und doch voller Lebenswillen, voller Willen, sich zu entfalten; mit diesem neuen Körper zu wachsen und ihn mit der Zeit ganz in Besitz zu nehmen. Er war zufrieden: Es war gut! Hier war alles in Ordnung, konnte sich selbst überlassen werden.

[Alle Rechte vorbehalten - Andreas Giesen 2007]


  Blaubeere
 
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11-30-2007, 09:28  


Hallo Patrice,

danke, dass du verstanden hast, dass meine Sichtweise momentan sehr wichtig für mich ist, um ein paar Schritte voranzukommen und ich nehme einfach an, wenn deine Sichtweise für dich so klar ist, dass es für dich gerade so auch wichtig und richtig ist.  :-)  :-)

@Loneranger


und meine Mutter war die Hölle .


Das kann ich gut nachfühlen und ich finde es richtig schwierig, wenn man kein gutes Mutterbild in sich hat. Ich habe an der Stelle gerade einiges durch.

Was mir hilft, sind Meditationen mit Tara.
Mein innerer Lehrmeister meinte, ich müsste das jetzt tun und ich hatte keine Lust dazu. Ich wollte nicht, aber ich habe mich verpflichtet und es trotzdem gemacht.

Bei mir lief es über die grüne Tara, die Themen Störgefühle, Leben und Sterben, Anhaftung, Mord und letztendlich auch das Thema , an dem wir hier gerade schreiben,
....jetzt bin ich bei der weissen Tara angekommen.
Das ist gestern Nacht passiert und das Universum hat gejubelt.

Was soll ich sagen, es ist, als ob ich dieses Kraftfeld viele Leben lang gesucht hätte, ich bin mir sicher, da ist jetzt etwas heiler als vorher, es muss nur noch in alle Poren sickern.

Das war eine innere Ochsentour, aber es hat sich gelohnt. :-)

Mein Lehrmeister hat mir vorher gesagt, dass das jetzt schwer wird, wenn ich weitermache und das war wichtig für mich, sonst hätte ich es bestimmt geschmissen mittendrin.

Vielleicht sind es bei dir die gleichen, ähnliche oder andere Themen, die mit deiner Mutter zusammenhängen, das weiss ich nicht, aber ich wünsche dir , dass du den Zugang findest und viel taralichen Segen dafür.

@miriam


Kann auch mit dem Begriff "Demut" was anfangen.


Lass dich knuddeln, ich glaube das Thema Demut habe ich auch gerade am Wickel.

Liebe Grüsse
Sabine


This post was edited 2 times, last on 11-30-2007, 09:50 by Blaubeere
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11-30-2007, 09:54   | Buch


Hallo,

das Buch liest sich gut, wunderschön – da möchte man gar nicht aufhören zu lesen.

Um hier noch was zu schreiben:

11 Monate vor meiner Geburt hatte meine Mutter eine Fehlgeburt.

Ich kann mir das so richtig bildlich vorstellen, wie das Kind – damals im 6. Entwicklungsmonat im Mutterleib (mit der heutigen Technik hätte das Kind gute Überlebenschancen) – sich in der Familie umsieht, sich der Familienstruktur bewusst wird, sich denkt: „… ups, das mag ich doch nicht“ und so schnell wie möglich wieder weg mag. Und das war dann die Fehlgeburt.

Liebe Grüße
P.


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